Mit dieser Podcastserie möchte ich den Kauf von 10 Eigentumswohnungen, welche sich in einem Mehrfamilienhaus befinden begleiten.
In dieser 1. Folge fangen wir ganz vorne an, nämlich damit, wie ich zu diesem Angebot gekommen bin. Man hört ja oft, man benötigt ein Netzwerk, muss immer am Ball bleiben und suchen suchen suchen, viele Besichtigungen machen und irgendwann ist dann ein richtiges Objekt dabei. Als Anfänger glaubt man natürlich, man kann das alles viel schneller und einfacher, allerdings merkt man schnell, dass die Besichtigungen und Gespräche mit den Verkäufern und Maklern tatsächlich sehr wichtig sind.
Immobilien kaufen is eine sehr menschliche Sache.
Wie kam es dazu? Wir hatten dieses Jahr bereits eine Wohnung gekauft und waren gerade dabei einen Mieter für diese Wohnung zu suchen. Ich hatte meine Suchaufträge aber natürlich weiterhin online, d.h. ich bekomme regelmäßig Mails und Push Nachrichten mit Angeboten, die meinen Kriterien entsprechen.
Unter diesen Angeboten war eines, welches sich sehr interessant anhörte. Ich rief die angegebene Telefonnummer an und hatte dann den Sohn des Verkäufers am Telefon. Dieser verwies mich dann auf seinen Vater, mit dem ich telefonisch einen Besichtigungstermin ausmachen sollte.
Zum angegebenen Termin waren wir dann in Wesel und haben uns zunächst die Stadt selbst angesehen, welche uns sehr gefiel. An dem einen Ende der Einkaufsstraße lag dann das Haus in dem wir die Wohnung anschauen wollten. Zur vereinbarten Zeit rief ich dann den Verkäufer an und wir wurden eingelassen.
In der Wohnung angekommen musste ich dann feststellen, dass die Wohnung gerade renoviert wurde und somit auch keine Mieter mehr in der Wohnung sind. Es war gerade jemand dabei, Laminat zu verlegen, die Wände waren bereits tapeziert und die Balkontür und die Fenster wurden ausgetauscht. Die Renovierung war also im vollen Gange.
Wir kamen dann ins Gespräch, nachdem ich mir die Wohnung angeschaut hatte. Ein großer negativer Punkt war für mich das Badezimmer, welches definitiv renovierungsbedürftig war. Aber der Eigentümer hatte nicht vor diese Renovierung durchzuführen.
Wir sprachen also über die Wohnung und die aktuellen Arbeiten, der Verkäufer kam aus dem Raum Frankfurt und wollte diese Wohnung gerne loswerden. Ich merkte schon, dass die übliche Herangehensweise also erstmal nach Hause gehen, rechnen, Dokumente prüfen und dann ein schriftliches Angebot zu unterbreiten für den Verkäufer zu lange dauern wird.
Dieses Gefühl hatte ich bereits vor dem Termin und habe vorher bereits eine grobe Berechnung aufgestellt, so dass ich ungefähr abschätzen konnte wieviel wir bereit waren zu zahlen.
Mein Problem war nur leider, dass die Banken Wohnungskäufe erst ab 50.000€ Kaufpreis finanzieren wollen. Diese Summe war mir aber zu hoch für diese Wohnung. Ich habe also angeboten, die Wohnung für 45.000€ zu kaufen, so wie sie dort vorzufinden war.
Der Verkäufer Strecke mir sofort die Hand entgegen und wollte auf dieses Angebot eingehen. Ich hatte dieses Angebot aber eigentlich nur gemacht um erstmal einen Einstieg zu finden und habe daher direkt noch ein weiteres gemacht. Dieses war dann über 50.000€ aber in diesem Fall sollte der Verkäufer das Badezimmer noch komplett renovieren und die Notarkosten übernehmen.
Das zweite Angebot stieß nicht auf Begeisterung, aber mein Glück war, dass der Handwerker, welcher das Laminat verlegt hat, sich permanent in die Verhandlung eingemischt hat. Der Handwerker meinte dann das er dieses Badezimmer für 2 – 3.000€ renovieren würde. Ich selbst hätte vermutlich 5.000€ angesetzt.
Der Verkäufer stieg dann nach einiger Zeit auf dieses Angebot ein.
Meine Rechnung kann ich leider nicht mehr genau wiedergeben, weil mir die Zahlen nicht mehr alle bekannt sind. Aber ich will ja eine Immobilie kaufen um ein monatliches Einkommen zu generieren. Also die Miete abzüglich der Nebenkosten, Zinsen, Tilgung, Steuern, Mietausfallrücklage und der Eingenen Instandhaltungsrücklage soll min 50€ betragen. Also 50€ nach Steuern und Rücklagen.
Der Verkäufer wollte nur unter der Bedingung einer Anzahlung von 500€ zusagen, was mir komisch vorkam. Daher erstellten wir auf der Rückseite einer Checkliste einen Vertrag:
Für den Kauf der Eigentumswohnung in der … Straße wurde ein Kaufpreis von 50.000€ festgelegt. Die Notarkosten gehen zu Lasten des Verkäufers. Die Wohnung wird wie folg übergeben:
– Laminat in allen Räumen außer dem Badezimmer
– Alle Heizkörper werden weiß gestrichen, so wie in der Küche
– Die Zimmertüren bleiben unverändert
– Das Badezimmer wird neu weiß gefließt, die Badewanne, das Waschbecken und das WC werden neu eingebaut, ein neuer Durchlauferhitzer wird installiert.
Der Käufer leistet eine Anzahlung von 500€ bis zum 26.06.2019.
Vorvertrag vom 21.06.2019
Im Anschluss an den Termin haben wir direkt das nächste Notariat aufgesucht. Der Verkäufer wollte dieses nämlich gerne in Wesel abgewickelt haben.
Im Notariat wurden die Daten aufgenommen und der Vorvertrag wurde kopiert. Der Teil mit der Anzahlung kam der angestellten im Notariat auch etwas komisch vor und sie wusste nicht ob dies so möglich ist.
Nach wenigen Minuten waren wir dann bereits fertig und haben den Rest des Abends in der Stadt verbracht und uns gefreut, dass wir die zweite Wohnung gekauft haben. Dies war nämlich das Ziel für dieses Jahr.
Es war also Zeit zu feiern.
Über das folgende Wochenende stiegen in mir die Zweifel, ob das alles so richtig war, bis am Sonntagabend mein Telefon geklingelt hat.
Der Sohn des Verkäufers rief an und sagte mir, dass sie die Wohnung jetzt nicht mehr verkaufen könnten. Sie hätten jetzt einen anderen Käufer der mehr bezahlen würde. Ich teilte ihm mit das ich bereits bei dem Notar war und ich diese Kosten nicht tragen werde. Abgesehen davon haben wir einen schriftlichen Vertrag, unterschrieben von dem Eigentümer.
Ich war sauer, aber warum sollte ich einen Rechtsstreit anzetteln.
Ich stimmte also zu, dass wir die Wohnung nicht mehr kaufen wenn er sich um alles andere und insbesondere um die Kosten für den Notar kümmern würde.
Er erzählte mir dann noch das seine Tante auch noch Wohnungen in diesem Haus hat und diese Verkaufen möchte. Er wollte mir die Telefonnummern von dieser Tante und ihrer Tochter geben. Ich stimmte zu, war aber so sauer, dass ich dachte das ich da nicht nachfragen werde.
Am selben Abend habe ich eine Mail an den Notar geschickt um diesen über den aktuellen Stand zu informieren.
Weiter geht is in Folge 2.

