Der junge Samuel wohnte bei Eli und diente dem Herrn. Zu jener Zeit geschah es sehr selten, dass der Herr den Menschen durch Worte oder Visionen etwas mitteilte. 2 Der alte Eli war inzwischen fast erblindet. Eines Nachts war er wie gewohnt zu Bett gegangen. 3 Auch Samuel hatte sich hingelegt. Er schlief im Heiligtum in der Nähe der Bundeslade. Die Lampe im Heiligtum brannte noch. 4-5 Da rief der Herr: „Samuel, Samuel!“ „Ja“, antwortete der Junge, „ich komme!“, und lief schnell zu Eli. „Hier bin ich. Du hast mich doch gerufen.“ Aber Eli sagte: „Nein, ich habe dich nicht gerufen. Geh nur wieder schlafen.“ So legte Samuel sich wieder ins Bett. 6 Aber der Herr rief noch einmal: „Samuel, Samuel!“ Und wieder sprang Samuel auf und lief zu Eli. „Ich bin schon da, du hast mich doch gerufen!“, sagte er. Eli verneinte wieder: „Ich habe dich nicht gerufen, mein Junge. Geh jetzt und leg dich ins Bett!“ 7 Samuel wusste nicht, dass der Herr ihn gerufen hatte, denn er hatte ihn noch nie reden hören. 8 So rief der Herr zum dritten Mal: „Samuel, Samuel!“ Und noch einmal lief der Junge zu Eli und sagte: „Hier bin ich! Jetzt hast du mich aber gerufen!“ Da erkannte Eli, dass der Herr mit Samuel reden wollte. 9 Darum wies er ihn an: „Geh, und leg dich wieder hin! Und wenn dich noch einmal jemand ruft, dann antworte: ‚Sprich, Herr, ich höre.'“ Also ging Samuel wieder zu Bett.

